Auch wenn ich Katrin Bauerfeind seit ihrem Ausstieg bei Ehrensenf eher schlechter als besser finde, das ist doch mal ne süße Idee:
Weihnachtslieder-Karaoke von und mit ihr und zwei Kulturzeit-Redakteuren. Und zwar als Adventskalender aufgemacht. Türchen Nr. 1 ist seit heute offen.
Schlimm ist es, wenn man bescheuertes, ideenloses Fernsehen vorgesetzt kriegt.
Viel schlimmer dagegen ist es, wenn man bescheuertes, ideenloses Fernsehen vorgesetzt kriegt, wo einst Innovation und Spannung zu Hause waren.
Ich habe Geduld mit der Serie 24 gehabt. Habe Logik-Fehler ebenso ertragen, wie ein-Gesichtsausdruck-Schauspieler oder den überzogenen, äußerst amerikanischen Patriotismus. Denn ansonsten bot 24 durchaus gelungene Unterhaltung, zwischen Agenten-Thriller und -Action.
Aber mit der aktuellsten, siebten Staffel ist der Bogen überspannt: die Serie verarscht ihre denkfähigen Zuschauer. Ein widerlich-ekliger Patriotismus verklebt noch jede von erhabener Streichermusik untermalte Dialog-Szene; Folter wird derart absurd als notwendiges Mittel glorifiziert (und Jack Bauer irrt sie NIE, wenn er foltert, klar), dass selbst die Szenen, die vorgeblich Folter kritisch thematisieren wollen, wie eine einzige "jetzt seht doch ein, dass wir Guantanamo brauchen"-Fürsprache wirken; die Opferbereitschaft und Obrigkeitshörigkeit, die (völlig im Kontrast zu Jack Bauers ständigen Alleingängen) propagiert wird, hätte Goebbels nordischem Nazi-Kult alle Ehre gemacht; die dümmsten Anfänger-Actionquatsch-Fehler werden mit großem TamTam in Szene gesetzt (drei Gute schießen auf drei Böse, während die Bösen ihrem Ziel nahekommen --> drei Gute haben kaum eine Chance und ziehen sich zurück; drei Gute schießen auf drei Böse, während die Bösen in der Klemme sitzen --> alle Bösen gehen fast ohne Gegenwehr zu Boden); dann die endlosen Wiederholungen und Selbstzitate, die die völlige Ideenlosigkeit der Autoren offen legen (auch das neue Büro besteht aus Klischee-Figuren wie "dem gutherzigen Prinzipienreiter" oder "der fahrigen Top-Programmiererin"; immer gibt es einen Maulwurf in jedem Setting, immer folgt noch eine Attacke, immer sind die persönlichen Beziehungen der Hauptfiguren für die Bedrohung von Bedeutung, immer werden namenlose Statisten sofort erschossen, Hauptfiguren überleben aber fast jede Situation gegen die Wahrscheinlichkeiten)... es könnte ewig so weitergehen.
Wo dem früher noch Spannung und emotionale Bindung entgegen standen, herrscht heute Leere: Die Figuren sind völlig oberflächlich gezeichnet und bloße Trägermasse für den Plott; Jack Bauer nimmt spätestens jetzt überhaupt keinen inneren Konflikt mehr ab, wie er da durch die Gegend rennt und erklärt, alles Gefoltere wäre absolut notwendig; die Action bleibt blass und zu oft gesehen, die Autoren kreieren kaum noch Situationen, die Spannung aufkommen lassen. Es ist ein Trauerspiel.
Und das schlimmste ist: Ich werde mir die Staffel zu Ende ansehen. Und vielleicht sogar auch die nächste wieder. Drecksmist.
Ganz tolle Slideshow von David Gillespie zum Thema Internet und ein paar
gute Ergänzungen von ix.
Während sich die SPD unter Siggi Pop auf eine lange Reise durch die Wüste begibt, habe ich gerade ein Interview mit Sahra Wagenknecht gelesen - ist es jetzt fragwürdig oder im gegenteil nur natürlich, dass ich
vielen Aussagen der Kommunistin zuneige oder sogar zustimme?
Man hat als aufmerksamer Blogger schon viel erlebt, wenn es um Abmahnwut und das zwiespältige Verhältnis von "Qualitätsmedien" und Blogs geht. Aber der Fall um Abmahnungen, die im Auftrag der Jounalistin Eva Claudia Schweitzer an Blogger gingen, ist dermaßen wahnwitzig, das man darüber lachen müsste, wenn er in seinen Konsequenzen für die Betroffenen nicht so erschreckend real wäre.
Da ich nichts schreiben könnte, was diesen Irrsinn angemessen reflektiert, empfehle ich einfach
Stefan Niggemeier, der die Sache, wie sie auch bei
Spreeblick stattfindet, dokumentiert.
(Beinahe hätte ich in dem Text "d***e F***e" geschrieben. Habe ich aber zum Glück dann doch nicht.)