Samstag, 7. November 2009

Web 3.0

Ganz tolle Slideshow von David Gillespie zum Thema Internet und ein paar gute Ergänzungen von ix.

SPD: Exodus

Während sich die SPD unter Siggi Pop auf eine lange Reise durch die Wüste begibt, habe ich gerade ein Interview mit Sahra Wagenknecht gelesen - ist es jetzt fragwürdig oder im gegenteil nur natürlich, dass ich vielen Aussagen der Kommunistin zuneige oder sogar zustimme?

Freitag, 6. November 2009

"Süße heilige Zensur...

...laß uns gehen auf deiner Spur, leite uns an deiner Hand, Kindern gleich am Gängelband." Diese Zeilen stammen aus der von Ernst Keil herausgegebenen Zeitschrift "Der Leuchtturm", sie sind 1847 unter dem Eindruck der aufkommenden Deutschen Revolution und dem repressiven - und könnten kaum aktueller sein.

Die Ministerin mit zuviel Tagesfreizeit nämlich, über die ich mich schon wegen Kleinigkeiten zu genüge geäußert habe, ist zurück: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des Familienministeriums indiziert. Nun halte ich das Album nachweislich nicht für große Kunst, sondern eher für prolligste Blut-und-Sperma-Erheiterung für Testosteronmomente, und kann gleichzeitig verstehen, dass gerade Kinder nicht unbedingt so kritisch reflektieren und den Quatsch für ernsthaft cool halten. Wer der allgemeinen Verrohung Einhalt gebieten will, hat also durchaus Argumente für eine Indizierung.

Die Begründung der BPjM (sinngemäß: "Ich tue dir weh" zeigt S/M-Praktiken, "Pussy" animiert zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr) wirkt jedoch etwas seltsam, da das Album mit "Wiener Blut" (der Inzest-Fall Fritzl aus der Ich-Perspektive) doch deutlich perversere Angriffsfläche zu bieten hat.

So liegt wieder der Verdacht nahe, hier bediene Ursula von der Leyen ihre antiquierte CDU-Linie: Schlimmes wird nicht effektiv bekämpft, sondern es werden willkürlich Sündenböcke mit populistischen Mitteln aus dem Blickfeld verbannt (auch eine Indizierung bedeutet lediglich: keine öffentliche Bewerbung, kein offener Verkauf an unter 18 Jahre alte Personen). Dass die entsprechenden Medien dennoch oder gerade deshalb massenhaft in Kinderzimmern und Schultaschen zu finden sind, will ich Frau von der Leyen gar nicht anlasten; ihr konservatives Weltbild aber verstellt ihr den Blick auf Realitäten und führt dazu, dass gegen die Vernunft, zugunsten irgendeiner "Sicherheit" und zu Lasten echter Initiative vorsorglich erstmal verboten und eingeschränkt wird. Freiheit, Eigenverantwortung, Selbstständigkeit - Fehlanzeige. Die Frau bemuttert eine ganze Nation und hält das vermutlich für sinnvoll - wie eine Mittvierzigerin im Kirchenvorstand, die ihren Pubertierenden vor "schlechtem Umgang" beschützt und ihm in Wahrheit nur die Fähigkeit nimmt, mit der Realität umzugehen. Irgendwann zündet der Bengel was an - und dann waren es wieder die bösen Filme vom Klassenkameraden.

Donnerstag, 5. November 2009

You need amnesia magazine!

Mittwoch, 4. November 2009

Grmpf.

Krank. Scheiße. Passt grad nicht.

Freitag, 30. Oktober 2009

Alter, Schweitzer!

Man hat als aufmerksamer Blogger schon viel erlebt, wenn es um Abmahnwut und das zwiespältige Verhältnis von "Qualitätsmedien" und Blogs geht. Aber der Fall um Abmahnungen, die im Auftrag der Jounalistin Eva Claudia Schweitzer an Blogger gingen, ist dermaßen wahnwitzig, das man darüber lachen müsste, wenn er in seinen Konsequenzen für die Betroffenen nicht so erschreckend real wäre.

Da ich nichts schreiben könnte, was diesen Irrsinn angemessen reflektiert, empfehle ich einfach Stefan Niggemeier, der die Sache, wie sie auch bei Spreeblick stattfindet, dokumentiert.

(Beinahe hätte ich in dem Text "d***e F***e" geschrieben. Habe ich aber zum Glück dann doch nicht.)

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Guten Morgen (I)

Weil die feinen Unterschiede der durchaus breiten Metal-Landschaft Außenstehenden ja gern mal Rätsel aufgeben, hier mal ein Beispiel für guten Death Metal. Ein echter Klassiker!

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Adé NPD

Bevor mir die Titanic und Twitter diese sich aufdrängende Geschmacklosigkeit wegschnappen: NPD-Vizevorsitzender Jürgen Rieger ist offenbar hirntot. Neu daran ist aber nur die medizinische Diagnose.

Samstag, 24. Oktober 2009

Wandel, Langeweile

Es wird mir, nunmehr, alles zu schnell alt.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Tschüss, eBay!

Schade eigentlich, dass eBay anderen Negativ-Beispielen folgt und seine Preispolitik langsam aber sicher dramatisch kundenunfreundlich gestaltet: Neuerdings erzwingt das Online-Auktionshaus bei CDs und Büchern den kostenlosen Versand. Was für jeden, der bisher gebrauchte Ware für einen Euro Startpreis kostenlos angeboten hat, potenzielle Verluste durch Versandkosten bedeutet, weil diese leicht den Kaufpreis übersteigen können. Von der Alternative - nämlich höheren Startpreisen - profitiert nur eBay, nämlich doppelt durch die Startgebühren und die höhere Verkaufsprovision, wenn die Versandkosten in den Kaufpreis verlagert werden. Käufer und Verkäufer sind gef****. Naja, www.hood.de soll sehr gut sein.

Martin Sonneborn und der WDR

Martin_Sonneborn"So ätzt Ex-Titanic-Chef Sonneborn bei "Zimmer frei"" ätzt heute früh Die Welt in bester Springer-Tradition, "Kein Skandal, nur Langeweile" zeigt sich rp-online pikiert, "Wie Martin Sonneborn bei "Zimmer frei" den Fiesling gab" titel Der Westen etwas irreführend, beim Tagesspiegel hieß es etwas milder "Der das Spiel verdirbt". Über eine Sendung der beliebten WDR-Unterhaltungsshow mit dem Satiriker als Gast. Was war Geschehen?

Bereits im September war die Episode der Sendung aufgezeichnet worden. Dann wurde bekannt, die Folge würde nicht ausgestrahlt, weil sie laut Redaktionsaussagen inhaltlich "unseren Maßstäben nicht" genügt hätte. Die Medienlandschaft hatte etwas zum skandalisieren, und Sonneborn zeigte sich irritiert. Erst nach der öffentlichen Debatte und Zuschauerprotesten ruderte der WDR zurück und zeigte die Folge gestern ins Nachtprogramm verbannt ab 0.15 doch.

Was dort zu sehen war, war so erwart- wie streitbar: Wer Sonneborn in den letzten Wochen, Monaten und Jahren beobachtet hat, musste wissen, dass der vieles ist: PARTEI-Vorsitzender, Titanic-Herausgeber, Spam-Macher bei SpiegelOnline, Heute-Show-Außenreporter, Aktionist, Publizist, Satiriker. Aber eines war der Medienprofi öffentlich nie: Privatperson.

Schon in der Bitte an Sonneborn, er möge doch für die kuscheligen Innenansichten der Show auf seine "Rolle" verzichten, drückte sich das ganze Missverständnis der Sendung aus: Einer wie Sonneborn ist die Rolle. Das Satire in solcher Konsequenz wehtut, bekamen Götz Alsmann und vor allem Christine Westermann in der Folge zu spüren: Zwar hangelten sich die Moderatoren tapfer an ihrem Erfolgskonzept "Stars mal ganz privat" entlang, doch Sonneborn ließ beide mit der bunten Harmlosigkeit der Sendung auflaufen. Christine Westermann war die Angst vor dem Gast anzusehen, dem sie bereits mit ihrer Ankündigung, er habe "die WM 2004" nach Deutschland geholt, ins Messer lief. "Beinahe ein guter Witz" sei das gewesen, stichelte Sonneborn über den Versprecher. Die Spielchen machte der Satiriker halbherzig und widerwillig mit, das private Gespräch mit Christine Westermann eskalierte dagegen völlig: nachdem die Moderatorin in jedem zweiten Satz vorschob, nun einmal über den ganz privaten Martin Sonneborn reden zu wollen, fiel der nur noch lustvoller in seine Rolle als Partei-Vorsitzender, woraufhin Westermann entnervt aufgab: "Ich gehe dann schonmal wieder runter, sie kommen dann nach, ja?"

So sah man eine Stunde, die sich als Grabenkampf um die Rolle des Gastes Sonneborn mit Schweigen und Meta-Diskurs manchmal äußerst zäh hinzog - und genau aus diesem Grund großartige Fernsehunterhaltung war. Sonneborns Auftritt war in bester Satire-Tradition ein subversiver Angriff auf die bestehende Fernseh-Ordnung, ein Moment der Selbsterkenntnis für Publikum, Redakteure und Moderatoren. Durch seine Haltung hatte er die Konturen des Formats, das man längst als selbstverständlich hinnimmt, bis zur Kenntlichkeit entstellt. Selbstredend war es für alle, die mit der angestammten "Zimmer frei"-Erwartungshaltung in die Sendung gingen eine Provokation, weil dieses aggressive und schmerzhafte Humorveständnis längst nicht jedem liegt. Auch nicht dem Studiopublikum: Ungewohnt offen zeigten 50% der Zuschauer Sonneborn am Ende die rote Karte. Dessen lakonischer Kommentar: "50% Zustimmung - mehr kann ein Politiker doch heute gar nicht mehr erwarten."

UPDATE: DWDL fasst es gut zusammen.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Hehehe. Twitter!

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Und jetzt aber wirklich alle so: "Yeah!"

Damit kommt man doch spitze in den Tag!

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Terry Gilliams "The Imaginarium of Dr. Parnassus"

UPDATE: Der Kinostart variert im genauen Datum, aber scheinbar kann man vom Januar 2010 für Deutschland ausgehen.

Holy freakin' shit! Ich habe eine Gänsehaut und mit Sicherheit den Trailer zu einem absoluten Meisterwerk gesehen! Heath Ledger, Johnny Depp, Christopher Plummer, Jude Law und dann noch Tom Waits als der Teufel! In einem Film der aussieht wie "Big fish" + "Pan's Labyrinth" + "The curious case of Benjamin Button" + "Charlie and the chocolate factory" + "Toy story" + Monthy Python! Ich kniee in Ehrfurcht vor Terry Gilliam...

Hair-Metal

Ich bin mir sicher: Nicht wenige von diesen Metal-Typen mit den irre langen, glatten Haaren benutzen Glätteisen!

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Die Ferres - Eine Jahrhunderttragödie

Eigentlich brauchte es gar keinen Anlass mehr, um sich richtig über Veronica Ferres und ihre eklige Betroffenheitsschauspielerei auszukübeln. Aber warum selber machen, wenn der Kollege bei SpOn die aktuelle Steilvorlage schon so stil- und geschmackssicher verwandelt hat. Enjoy!

Donnerstag, 1. Oktober 2009

This means war, Ursula!

Als Johnny Häusler sagte, er halte Ursula von der Leyen für einen bösen Menschen, habe ich das intuitiv für übertrieben gehalten.

Sicher, der Irrsinn, den Zensursula im Zusammhang mit den wirkungslosen, dafür sehr Stasi-nahen Internetsperren veranstaltet hat, der war schlimm. Aber man konnte sich zumindest einreden, sie habe abseits ihres Attentats auf die Freiheit noch keinen direkt spürbaren Schaden für den Einzelnen angerichtet (denn surfen dürfen die Menschen ja aktuell noch ziemlich wie sie wollen).

Jetzt aber ist der Bogen überspannt, Ursula hat ein Heiligtum beschmutzt: Neuerdings prangen auf Videoträgern wie DVDs und Blu-Rays auf der Vorderseite große FSK-Kennzeichen. Genauer: "Die neuen Zeichen sind auf der Frontseite der Hülle links unten auf einer Fläche von mindestens 1200 mm² (3,46 cm x 3,46 cm) und dem Bildträger auf einer Fläche von mindestens 250 mm² (1,58 cm x 1,58 cm) anzubringen (§ 12 Abs. 2 Satz 2 JuSchG)." Dazu gibt es drei Varianten: kaum zu entfernender Sticker, nicht zu entfernender Sticker, Aufdruck auf dem Artwork. AUFDRUCK AUF DEM ARTWORK!

Ihr mögt sagen: "Ist doch nicht so schlimm, wem schadet es, und selbst wenn's stört, dramatisier das doch nicht so!" - Oh doch, das hier ist dramatisch. Weil es die völlige Gleichgültigkeit gegenüber Künstlern und Kunden ausdrückt, die neben einem inhaltlich hochwertigen auch ein optisch ansprechendes Werk schätzen. Es ist die Borniertheit eine sich wichtigtuenden CDU-Schnepfe vom Dienst, die absurde Mischung aus Unkenntnis und Desinteresse gegenüber einer fremden Materie, die sie für ihre Zwecke instrumentalisiert. Ihr mögt sagen: "Aber denk doch mal an die Kinder!" - Klar, ich sehe die erschrockenen Eltern vor mir, die ihrem Kind den Ego-Shooter wieder aus der Hand reißen, weil sie den rotleuchtenden "FSK 18"-Sticker erblicken. Dass diese Kennzeichnungen seit Jahr und Tag auf der Rückseite zu finden sind, dass sie durch den Reiz des verbotenen Produkte erst aufwerten, dass sie unterhalb der 18 Jahre für Händler wie Kunden nicht bindend sind - geschenkt. Hallo CDU-Wähler, eure Familienministerin traut euch nicht zu, eine Verpackung in der Hand zu wenden oder eure Kinder im Ansatz eigenverantwortlich zu erziehen! Was sie euch aber zutraut: Affektive Reaktionen auf großflächige Sticker im Ampelsystem. Die rangieren in der Psychologie übrigens auf der zweiten von sieben Systemebenen der Persönlichkeit.

Diese Frau mischt sich in Dinge ein, von denen sie nichts versteht, doch sie hat die Macht, Schlimmes zu tun; sie schadet der Mehrheit, ohne dass die Minderheit einen Profit daraus zieht; sie schränkt die Freiheit ein für ein diffuses Gefühl von mehr Sicherheit, doch profiliert sich nur selbst. Diese Frau ist gefährlich. Wehret den Anfängen!

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