Montag, 4. September 2006

Für immer die Menschen

GRENZE DER VERZWEIFLUNG

Ich habe dich so lieb
dass ich nicht mehr weiss
ob ich dich so lieb habe
oder ob ich mich fürchte

ob ich mich fürchte zu sehen
was ohne dich
von meinem Leben
noch am Leben bliebe

Wozu mich noch waschen
wozu noch gesund werden wollen
wozu noch neugierig sein
wozu noch schreiben wollen

wozu noch helfen wollen
wozu aus den Strähnen von Lügen
und Greueln noch Wahrheit ausstrählen
ohne dich

Vielleicht doch weil es dich gibt
und weil es noch Menschen
wie du geben wird
und das auch ohne mich

- Erich Fried



Für dich.
Für Viele.

Trackback URL:
https://diegestundetezeit.twoday.net/stories/2620232/modTrackback

? (Gast) - 4. Sep, 10:38

wozu noch schreiben?

Es scheint für jeden von uns und für jede erdenkliche Stimmung einen Text zu geben, in dem jemand genau die richtigen Worte gefunden hat. Wo man sich fragt: verdammt, woher wusste dieser Mensch so genau, wie ich mich gerade fühle???
Danke dass du dieses so treffende Gedicht in mein Leben gebracht hast. Es wird einen Ehrenplatz erhalten! Und ich werde ab und zu mal drauf gucken und wissen dass ich nicht allein bin...

Chia (Gast) - 6. Sep, 03:02

...eigentlich ist man ja immer allein... ;o)
DeDe - 6. Sep, 20:34

Kleiner Hesse-Junkie, du! ;-)

Aber mir gefällt "Im Nebel" ja auch.
Chia (Gast) - 7. Sep, 09:25

lese gerade narziß und goldmund (schon gelesen?) - bin fasziniert und habe arge probleme mich auf meine hausarbeitsliteratur zu konzentrieren...


...gedacht...
...gefunden...
...gehört...
...gelebt...
...gelesen...
...gesehen...
1000 Songs
Madrid 2007-2008
Netzwerkseminar (closed)
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren