Scherbengericht

Ich brauche manchmal länger. Für Rage Against The Machine musste ich erst 15 werden, für Iron Maiden und Slayer 18, für Tocotronic fast 20. Viele dieser typischen Jugendbands habe ich in ihrer Hochphase verpasst und erst richtig erspürt, als ich eigentlich schon zu alt für sie war. Oder eben gerade alt genug.

Und jetzt höre ich Ton, Steine, Scherben. Bewusst. Rio Reiser fand ich immer gut, kannte manchen Scherben-Klassiker, aber was auf den Alben der Scherben zu finden ist, könnte (die Klassik mal abgezogen) die mächstigste, aufrichtigste, herzblutigste Musik sein, die in Deutschland je entstanden ist. Neben den (ironischen) Kampf- und Protestliedern wie dem "Rauch-Haus-Song" oder "Keine Macht für Niemand" finden sich da diese sensible getexteten und instrumentierten Songs voller Sehnsucht nach Freiheit, Glück und Gerechtigkeit fernab des politischen Kontextes: "Der Traum ist aus", "Wenn die Nacht am Tiefsten...", "Mein Name ist Mensch" oder "Halt dich an deiner Liebe fest" - Hymnen für die Ewigkeit, voller unbändiger Kraft.

Wer verstehen will, was beispielsweise Wir Sind Helden da eigentlich mit ihrer Musik tun, sollte auch die Scherben gehört haben. Nur ein guter Grund unter dutzenden.

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